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Fünf Liter Zuika. Roman in sieben Teilen

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Fünf Liter Zuika. Roman in sieben Teilen
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"Fünf Liter Zuika. Roman in sieben Teilen" von Paul Schuster, alle Einzelbände erstmals als Gesamtausgabe (2009)

 

Buch-Details


Broschiert: 862 Seiten

Verlag: Schiller Verlag (2009)

Sprache: Deutsch

ISBN-13: 978-3941271142

 

Buch-Beschreibung

 

Paul Schusters Kleinsommersberg am Fuße der Karpaten ist ein Sachsendorf, das es nicht gibt. Doch in diesem Werk Paul Schusters tut sich uns diese kleine Welt auf, die märchenhaft und höchst realistisch alles birgt und alles zeigt, was die Deutschen in Siebenbürgen in 800 Jahren aus ihrem Leben gemacht haben.

Fünf Liter Zuika ist ein Märchen, wenn dieses Märchen auch von sehr einfachen und alltäglichen Dingen zu erzählen scheint. Der Erste Weltkrieg ist vorbei. Ohne sich vom Fleck gerührt zu haben, findet man sich nicht mehr in Ungarn und ist nicht mehr Untertan der Doppelmonarchie, sondern des rumänischen Königs Ferdinand. «Ansonsten hat sich nicht viel geändert; das Wetter bleibt Wetter, auch an den Jahreszeiten merkt man nichts von der neuen Obrigkeit».

Der 1930 in Siebenbürgen geborene Paul Schuster wanderte 1972 nach Berlin aus und arbeitete dort bis zu seinem Tode am 5. Mai 2004 an seiner «Zuika» weiter. Die erste Ausgabe dieses Buches erschien 1967 in Bukarest, ein Jahr später verlegte es der Grazer Verlag Styria, noch ein Mal wurde das Buch 1975 in Berlin (edition der 2) veröffentlicht. Der Autor begleitet seine Siebenbürger Sachsen bis in die Mitte des Zweiten Weltkrieges, bis zu dem Eintritt der wehrfähigen sächsischen Männer in die Waffen-SS Ende 1943. Man will hoffen, daß diesem Buch, das sich fesselnd liest, bewegt und zum Lachen bringt, das wunderbar geschrieben ist, das den besonderen Geist der «österreichi­schen» Sprache mit dem Einfluß von vielen Sprachen und Kulturen in sich birgt, endlich die verdiente Aufmerksamkeit geschenkt wird.

 

Rezension

 

„Fünf Liter Zuika“: Paul Schuster, Förderer von Herta Müller, hinterließ einen gewaltigen Roman

 

Paul Schuster hatte sich früher oder später mit allen seinen „Zöglingen“ zerstritten, zu vielen Freunden den Kontakt abgebrochen. In seinem Nachruf auf den 1930 in Siebenbürgen geborenen und 2004 in Berlin gestorbenen rumänisch-deutschen Autor hat David Ensikat das taktvoll beschrieben (Tagesspiegel, 25.5.2004). Aber vielleicht machte eben diese menschliche Labilität aus dem durchschnittlichen sozrealistischen Autor, der Schuster noch in den sechziger Jahren war schließlich einen bedeutenden Erzähler.

„Fünf Liter Zuika“, das Spätwerk des talentierten, mit vielen verrückten Ideen ausgestatteten Autors, der als Redakteur der deutschsprachigen Zeitschrift „Neue Literatur“ in Bukarest die neue rumäniendeutsche Literatur aus der Taufe hob und dabei auch Herta Müller und Richard Wagner förderte, lässt sich nun endlich zwischen zwei Buchdeckeln lesen. 863 gelbliche Seiten, erschienen in Sibiu (Hermannstadt), der siebenbürgischen Heimat des Autors, im dortigen Schiller Verlag. Der Roman ist unvollendet, ob weitere Teile existierten als die, die von 2002 an im Aachener Rimbaud Verlag erschienen, war unklar – die gebündelte Veröffentlichung will es auch jetzt nicht verraten. Sie kommt aus ohne Quellennachweis, ohne Anmerkungen, sogar ohne die Lebensdaten des Autors. Als einziger Begleittext die Tagesspiegel-Besprechung der hier schreibenden Rezensentin aus dem Jahr 2003 – mitsamt dem Hinweis, dass Schuster in Berlin lebt.

Die Lektüre ist dennoch zu empfehlen. „Fünf Liter Zuika“ ist ein beeindruckendes Epos, das mit dem Ende des Ersten Weltkriegs einsetzt und bis tief in den Zweiten Weltkrieg reicht. So naiv wie verschmitzt, in einem stets leicht stilisierten Ton, erzählt Schuster vom Alltag der seit 800 Jahren in Siebenbürgen ansässigen deutschen Bauern. In den letzten Kapiteln wird das Ganze endgültig verspielt und unnatürlich. Wie Schuster sich daraus befreien wollte – wir werden es nicht mehr erfahren.

Von Olga Martynova, erschienen in Tagesspiegel, 18.10.2009





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Zuletzt aktualisiert: Montag, 21 Mai 2012 01:47