
Die Kirchenburgen der Siebenbürger Sachsen
"Die Kirchenburgen der Siebenbürger Sachsen" von Hermann Fabini
Buch-Details
Broschiert: 304 Seiten, viele Illustrationen und Grundrisse
Verlag: Monumenta Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-9737969125
Buch-Beschreibung
Kirchenburgen sind sein Leben. Jahrzehntelang hat er sie studiert, restauriert und über sie geschrieben. Mit dem neuen Buch aus dem hauseigenen Monumenta-Verlag legt Hermann Fabini ein Kompendium über die siebenbürgisch-sächsischen Wehrbauten vor, in dem er alle wesentlichen Informationen über die Entstehung und Charakteristik der Kirchenburgen zusammenfasst. Darüber hinaus werden dem Leser eine Vielzahl von Kirchenburgen im Detail vorgestellt.
Rezension
„Architektonisches Abbild ihrer Erbauer“
Hermann Fabini verfasst Kompendium über die siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen
Kirchenburgen sind sein Leben. Jahrzehntelang hat er sie studiert, restauriert und über sie geschrieben. Mit dem neuem Buch aus dem hauseigenen Monumenta-Verlag legt Hermann Fabini ein Kompendium über die siebenbürgisch-sächsischen Wehrbauten vor, in dem er alle wesentlichen Informationen über die Entstehung und Charakteristik der Kirchenburgen zusammenfasst. Darüber hinaus werden dem Leser eine Vielzahl von Kirchenburgen im Detail vorgestellt.
Im Jahr 1985 erschien im Leipziger Verlag Koehler & Amelang das von Fabini verfasste Buch „Kirchenburgen in Siebenbürgen“, das die Grundlage für den ersten Teil des Bandes ist. Dieser ist sehr lebendig geschrieben für eine historische Abhandlung. Versetzt mit zahlreichen zeitgenössischen Zitaten, führt dieser Abschnitt durch die Geschichte Siebenbürgens und verbindet sie mit den noch heute sichtbaren architektonischen Überbleibseln. Diese setzt Fabini in Zusammenhang mit dem sächsischen Gemeinschaftsleben, den Traditionen, die der Freiheit der Gemeinschaft den Vorzug vor der Freiheit des Einzelnen geben. Die siebenbürgische Wehrarchitektur wird vor diesem Hintergrund zu einem „architektonischen Abbild ihrer Erbauer“. Die weitgehend vereinheitlichten Fassaden der Bauernhäuser spiegeln diese Tradition ebenso wider, wie die formenreiche, von Dorf zu Dorf unterschiedliche Gestaltung der Kirchenburgen die Kreativität auf Gemeindeebene sichtbar werden lässt.
Nach der 30-seitigen Hinführung widmet sich Fabini eingehend speziellen Aspekten des Kirchenburgenbaus. Er rekonstruiert die Kirchenbaukunst in siebenbürgisch-sächsischen Gemeinden, erläutert zeitgenössische Kriegstechniken und Verteidigungsmaßnahmen an den Kirchen und erklärt das Verhältnis der Kirchenburgenanlagen zu ihren Dörfern. Anschließend nimmt er den Leser mit in das Innere der Kirchen, untersucht ihre Ausstattungen, Inschriften und berichtet von denkmalpflegerischen Maßnahmen.
Aus dem 1998 und 1999 in zwei Bänden erschienenen „Atlas der siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen und Dorfkirchen“ entnimmt Fabini die Kirchenbeispiele für den zweiten, mit rund 180 Seiten umfangreichsten, Teil des Buches. Die in dieser Publikation enthaltenen 167 Kurzporträts sind im Wesentlichen gekürzte Versionen seiner Ausführungen aus dem Atlas.
Jede Kirche hat er einem von sechs geographischen Gebieten zugeordnet: Unterwald und Umgebung von Hermannstadt, Kokelgebiet, Harbach- und Alttal, Repser Ländchen, Burzenland und Nordsiebenbürgen. Die Beschreibungen hat Fabini mit eigens entwickelten Kriterien ergänzt, darunter solchen zur Bedeutung der Kirchenburg, dem Prozentsatz der erhaltenen originalen Bausubstanz sowie der Zahl der Wirte zu Beginn des 15. Jahrhunderts, für den Autor ein Anhaltspunkt zur Einschätzung der baulichen und finanziellen Leistung der jeweiligen Dorfgemeinschaft. Abgerundet werden die Beispiele mit den aus dem Atlas bekannten isometrischen Burgenmodellen, Grundrissen sowie Fotos und Zeichnungen.
Im Schlussteil findet sich ein umfangreicher Anhang. Praktisch und gerade für den Nichtarchitekten hilfreich ist die Erklärung zahlreicher Fachbegriffe in einem Bildwörterbuch. Es folgen kurze Biographien ausgewählter Persönlichkeiten, die sich im Dunstkreis der siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen hervor getan haben. Eine umfangreiche Literaturliste zum Thema sowie ein Ortsverzeichnis runden das Buch ab. Als Beigabe erhält der Käufer die farbige Siebenbürgenkarte aus dem Hause Fabini sowie ein Faltblatt mit Kontaktadressen für Besucher der Kirchenburgen.
Nach jahrzehntelanger Beschäftigung mit den siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen legt Hermann Fabini mit diesem Band eine Zusammenfassung seiner bisherigen Arbeiten vor. Für den einschlägig gebildeten Leser enthüllt das Buch keine neuen Erkenntnisse. Es ist aber der Verdienst Fabinis, das er wesentliche Aspekte des Phänomens Kirchenburgen kompakt zusammen gefügt hat und diese verständlich und lesbar in den historischen Kontext einbettet.
Von Holger Wermke, erschienen in der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien
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