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In Bukarest und Altrumänien

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In Bukarest und Altrumänien
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"In Bukarest und Altrumänien - Deutsche Spuren noch und noch"  von Hans Liebhardt (2006)

 

Buch-Details

 

Broschiert: 223 Seiten, Schwarz-Weiß-Abbildungen

Verlag: ADZ-Verlag (2006)

Sprache: Deutsch

ISBN-13: 978-9738384323

 

Rezension

 

Ein subjektiver Blick in die Geschichte

Hans Liebhardt erzählt über deutsche Spuren im Altreich



Zu einem wahren Chronisten der Deutschen im rumänischen Altreich hat sich Hans Liebhardt mit seinem zweiten Buch zu diesem Thema gemausert. „In Bukarest und Altrumänien. Deutsche Spuren noch und noch“ heißt es und ist vor kurzem dank der Unterstützung des Demokratischen Forums der Deutschen im Altreich im Verlag der „Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien“ erschienen. Bereits 2003 hatte der Schriftsteller und Publizist Liebhardt im gleichen Verlag den Band „Deutsche in Bukarest“ veröffentlicht, das nun vorliegende Buch soll als dessen Fortsetzung verstanden werden. So der Autor in seinem Vorwort.

Fazit ist, dass Hans Liebhardt nun den Bogen ausspannt und neben Geschichten aus dem Leben der Altreichdeutschen („Jugendstil auf der Calea Grivitei“, „Auf der Suche nach Mangeapunar“ u.a.) die Stadt Bukarest mit ihren Baudenkmälern, aber auch mit einigen markanten Persönlichkeiten der rumänischen Kultur und Literatur (die jedoch unter der einen oder anderen Form entweder zur rumäniendeutschen Minderheit oder bloß zur deutschen Sprache Beziehungen hatten) in den Vordergrund bringt. Eine genüssliche Lektüre sind auch die Geschichten über Ada Kaleh, die untergegangene Donauinsel, oder jene über die Reisen des Autors nach Jassy/Iasi, ins Donaudelta oder sonst wohin durch das rumänische Altreich.

Der Landler Hans Liebhardt erweist sich als ein ausgezeichneter Kenner walachischer und moldauischer Historie, gleichzeitig als einer, der diese Historie auch noch spannend erzählen kann. Denn Liebhardt erzählt nicht das, was in jedem Geschichtsbuch nachzulesen ist, sondern eben was die Geschichte eigentlich bedeutet: eine Summe von persönlichen Geschichten, von Schicksalen und Werdegängen von Menschen. Mal geht es um den Maler Schweitzer-Cumpãna, den Bildhauer Peter Jacobi oder den Dichter und Sammler Klaus Kessler. Oder aber um weniger bekannte Menschen, deren Taten und Lebenswege jedoch für das gemeinsame Schicksal der Deutschen im rumänischen Altreich kennzeichnend sind. Man lese sich einmal in die Geschichte um die deutsche Kolonie Mangeapunar/Costinesti in der Dobrudscha hinein und nehme Anteil an dem, was dem Journalisten Liebhardt von einem Schwaben aus Costinesti etwa 65 Jahre nach der Umsiedlung der Dobrudschadeutschen („Heim ins Reich“) erzählt wird.

Einen gewissen Wert für den heutigen Leser dürften Liebhardts Erinnerungen (wohlgemerkt: Erinnerungen, so dass dem Autor fehlende Objektivität nicht nachgesagt werden sollte) an seine Arbeit als Kulturredakteur des „Neuen Wegs“ haben. Damit rekonstruiert Liebhardt eine Geschichte, die noch zu schreiben ist: die Geschichte des „Neuen Wegs“ als Institution und einzig artikulierte Stimme der Rumäniendeutschen in einer Zeit, über die trotz Tismãneanu-Bericht und öffentlicher Verurteilung noch vieles zu sagen ist.

Auch was der Autor aus seiner eigenen Biographie erzählt – „Stuhl im Scheinwerferlicht“ aus seinen Fernsehjahren vor allem – scheint zwar eine lustige Anekdote, doch sie erklärt ein Stück Zeitgeschichte. Liebhardts Erinnerungen an Paul Schuster, Franz Storch und andere Persönlichkeiten des damaligen deutschen Kultur- und Literaturbetriebs in Rumänien neigen dazu, Kontroversen hervorzurufen – bleibt das gebotene Bild doch puzzlehaft. Es sei denn, der Autor hält sich an sein Versprechen im letzten Satz seines Vorwortes: „Wenn alles gut geht, wird es in ein-zwei Jahren noch eine Fortsetzung geben“.

 

Dan Cãrãmidariu, erschienen am 19. Januar 2007 in der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien





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Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 23 Mai 2012 14:13